
*Tierschutz Hunde auf der Rennbahn?!*
Immer wieder heftigst diskutiert:
Ist das Training auf einer Rennbahn/das Coursing für Tierschutzhunde gut oder schlecht?
Von den meisten deutschen TS-Orgas wird der Besuch einer Rennbahn/des Coursinggeländes per Vertrag ausgeschlossen. Zum größten Teil verstehe ich diese Vorgehensweise, denn es kommen doch viele Hunde nach Deutschland für die das sicherlich nicht das Richtige wäre. Sie haben teilweise Schreckliches erlebt und sind weder körperlich noch seelisch dazu in der Lage, gewollt und aus Freude die Leistung einer Jagd zu erbringen.
Schwerwiegende, alte Verletzungen sowie seelische Probleme bereiten dem Hund, zusätzlich zu der Umstellung, ein ganz anderes Leben als im Herkunftsland führen zu müssen, Schwierigkeiten.
Doch andererseits gibt es auch viele junge und gesunde Hunde, deren Besitzer gern mit ihren Hunden auf die Rennbahn/zum Coursing gehen
würden. Daher ist genau zu prüfen, ob der Tierschutzhund wirklich dafür geeignet ist, körperlich diese Leistung zu vollbringen.
Hier ist jedoch Aufklärungsarbeit nötig. Denn die Hundebesitzer haben oftmals sehr wenig Kenntnis, auf was alles zu achten ist.
Vorwiegend geht es doch um die Themen:
- welche Voraussetzungen muss mein Hund erfüllen, damit er auf der Rennbahn/dem Coursing seine Trainingsrunden verletzungsfrei absolvieren kann?
- wie bereite ich meinen Hund richtig darauf vor?
Ein generelles Verbot ist nicht RICHTIG, ABER; es muss auch nicht JEDER (Wind)Hund auf die Bahn/zum Coursing.
Dennoch sollten die Besitzer die Wahl haben, wenn ihr Hund gesundheitlich dazu in der Lage ist, ihm dieses Vergnügen zu ermöglichen. Die Besitzer müssen aber erst einmal das Wissen vermittelt bekommen um die richtige Entscheidung treffen zu können.
Und leider sind auch schon Tierschutzhunde auf Rennbahnen verletzt worden oder gar aus Unwissenheit ihrer Besitzer gestorben. Was natürlich neues Öl in das Feuer der Diskussion brachte, die Rennbahn/das Coursing generell vertraglich zu verbieten.
Doch was ist jetzt wichtig?
Besitzer, die ihren TS-Hund gerade mal wenige Tage/Wochen haben, möchten ihn, da er doch bewegungsfreudig und fit ist, rennen lassen?!
Dieser Hund hatte noch keine Zeit, sich einzuleben, sich sicher zu fühlen. Der Hund hatte noch keinen/wenig Freilauf, weil er zu neu ist und noch nicht abgeleint werden kann/darf.
Der Hund hat vielleicht eine lange Tierheimzeit hinter sich mit wenig bis gar keinem Auslauf. Die Folge: keine entsprechende Grundkondition für die Bahn/das Coursing.
Lassen Sie sich Zeit!
Zeit um herauszufinden, ob der Hund evtl. Vorschäden hat, die in den ersten Wochen gar nicht erkannt werden können.
Hat Ihr Hund vielleicht kaputte Zehen, durchgetretene Pfoten, dicke/krumme Gelenke, schlecht verheilte Knochenbrüche, Arthrosen etc. deutet dies immer auf eine eingeschränkte Fitness/Gesundheit hin.
Generell ist zu sagen, dass bei erkennbaren Vorschäden das Rennen auf der Bahn/das Coursing zum Wohle des Hundes unterlassen werden sollte. Sie möchten Ihren Liebling noch viele Jahre haben und dies bei möglichst guter Konstitution.
Würden Sie ihn jedoch mit Vorschäden dieser enormen körperlichen Belastung aussetzen, kann er weitreichende Schäden erleiden, mit denen Sie und vor allem Ihr Hund, noch lange leben müssen.
Michaela Müller
Sollten Sie sich jedoch für den Besuch einer Rennbahn mit ihrem Vierbeiner entscheiden, würde ich Ihnen gern diesen Leitfaden an die Hand geben an dem Sie sich orientieren können um ein kleines Basis Wissen aufzubauen.
Denn: keinen Hund stellt man einfach so auf die Bahn!
Hier gehts zum Leitfaden:--> Tierschutz Hunde auf der Rennbahn/Coursing?
Die grundlegene Frage, ob ein Windhund auf die Rennbahn/zum Coursing gehen "muss" sollte jeder für sich individuell entscheiden. Aber grundsätzlich: Nein, das muss er nicht.
Ich halte es „für das Tüpfelchen auf dem I“. Ein Windhund muss rennen, er muss sich bewegen dürfen! Aber er muss nicht jagen gehen! Sie müssen sich strecken dürfen, ihre Geschwindigkeit ausleben dürfen, nicht nur an der Leine bleiben. Aber sie benötigen dazu sicherlich weder Rennbahn noch Coursing. Natürlich kommen die Windhunde aus einer Sichtjagd geprägten Zucht und haben eine lange Vergangenheit, sind selektiv gezüchtet und ja, es ist ihre Bestimmung zu jagen.
Windhunde sind Hetzjäger. Man sollte sich immer bewusst sein, was man an der Leine führt. Welche Gene diese Hunde seit Jahrhunderten in sich tragen.
Eine Jagd auf Wild muss jedoch verhindert werden. Nicht nur um Schaden am Wild zu vermeiden, sondern auch vom eigenen Hund und seiner Umwelt. Nun hat aber nicht jeder Besitzer die Möglichkeit seinen ambitioniert jagenden Windhund von der Leine zu lassen, oder kann ein umzäuntes Gebiet nutzen. Gegen den Besuch einer Rennbahn/Coursing ist nichts einzuwenden, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Denn ein Windhund wird auf der Jagd immer alles geben. Er geht im Jagdmodus weit über sein körperliches Leistungsvermögen hinaus. Dadurch kann er schwere Verletzungen davon tragen. Davor müssen Sie ihn bewahren. Sie müssen für Ihren Hund entscheiden.
Das können Sie jedoch nur, wenn Ihnen bewusst ist, welche Leistung ihr Hund bei einer Jagd/einem Lauf erbringt und das Windhundrennen und Coursing ein Hochleistungssport ist. Für die meisten Windhunde ist es das "Ein und Alles" und sie geben 100%!
Die Rennbahn/das Coursing bietet die Möglichkeit für ihren Hund, seine Jagdleidenschaft auszuleben und das, unter gewissen Voraussetzungen, mit möglichst wenigen Risiken.
Windhunde aus dem Tierschutz auf der Rennbahn? Dazu muss man betrachten, welche Situationen im Herkunftsland bei der Aussortierung der Hunde herrschen. Ein Galgo z.B. kann aus unterschiedlichen Gründen im Tierschutz landen.
Er kann abgehauen sein und irgendwo aufgelesen worden sein, als jagdlich untauglich abgegeben (wobei nicht immer mangelnder Jagdtrieb der Grund ist, sondern auch, wenn sie ZU intelligent jagen – die Jagd also zu schnell beendet ist), verletzt und nun unbrauchbar, oder einfach ein nicht benötigter Überschuss, aber völlig gesund.
Darunter gibt es viele Galgos, die körperlich noch völlig gesund sind. Galgos, die noch recht jung und körperlich in gutem Zustand nach Deutschland kommen, sollten meiner Meinung nach, bei Interesse, Bahn oder Coursing kennen lernen dürfen.
Ähnlich sieht dies auch bei den rumänischen Windhunden aus. Nicht alle im Tierschutz gelandete Hunde sind krank, alt oder verletzt. Allerdings sind sicherlich auch nicht alle jung, gesund und Rennbahntauglich! Hier gilt es wirklich individuell zu entscheiden.
Nachdem die Besitzer darüber aufgeklärt werden, was es zu beachten gilt wenn der eigene Hund dem Vergnügen der kontrollierten Jagd nachgehen soll, der Hund keine Vorerkrankungen aufweist, spricht daher im Grunde nichts dagegen. Es muss nur ordentlich vorbereitet und ausgeführt werden.
Anders sehe ich das tatsächlich bei den Greyhounds. Der prozentuale Anteil an Greyhounds, die verletzungsbedingt aus dem Rennbetrieb ausscheiden, ist höher als bei den Galgos. Selbst sehr junge Hunde, teils unter 2 Jahren, könnten aus diversen Trials/Testrennen oder Trainings bereits Verletzungen davon getragen haben. Es werden natürlich auch Greys in Rente geschickt die diesem Kampf auf der Bahn und somit der Anforderung nicht gewachsen sind oder es Zeit war, sie dem Ruhestand zu übergeben. Für diese Hunde sollte eben dann auch wirklich "Schluss" sein und man sollte sie nicht mehr der körperlichen und mentalen Belastung aussetzen.
Als Alternative kann man seinen Windhund ohne vorangezogenes Hetzobjekt, in der Pause (oder im Vorfeld), auf der Bahn eine Kurve laufen lassen indem er von einer Person gestartet wird und Herrchen/Frauchen ihn am Ende der Kurve erwartet mit einer Belohnung!
Die Windhunde dürfen laufen, haben einen sicheren, tauglichen Untergrund, sind aber nicht im Jagdmodus, sodass sie ALLES geben und sich ggf. (erneut) eine Verletzungen zuziehen.
Bei einigen Windhunden gibt es einen Grund warum sie nicht auf der Bahn laufen sollten! Seien Sie besonnen und entscheiden in dem Fall für Ihren Hund und seine Gesundheit.
Einige Rennvereine bieten, gegen eine Mitgliedschaft, die Nutzung des Geländes an. Falls Sie als Besitzer keine anderen Freilaufmöglichkeiten für Ihren Vierbeiner haben/finden können. Sprechen Sie den Verein in Ihrem Umkreis einfach mal an.
