Sollten Sie sich jedoch für den Besuch einer Rennbahn mit ihrem Vierbeiner entscheiden, würde ich Ihnen gern diesen Leitfaden an die Hand geben an dem Sie sich orientieren können um ein kleines Basis Wissen aufzubauen.

Denn: keinen Hund stellt man einfach so auf die Bahn!

Hier gehts zum Leitfaden:--> Tierschutz Hunde auf der Rennbahn/Coursing?

 

Die grundlegene Frage, ob ein Windhund auf die Rennbahn/zum Coursing gehen "muss" sollte jeder für sich individuell entscheiden. Aber grundsätzlich:  Nein, das muss er nicht.

 

Ich halte es „für das Tüpfelchen auf dem I“. Ein Windhund muss rennen, er muss sich bewegen dürfen! Aber er muss nicht jagen gehen! Sie müssen sich strecken dürfen, ihre Geschwindigkeit ausleben dürfen, nicht nur an der Leine bleiben. Aber sie benötigen dazu sicherlich weder Rennbahn noch Coursing. Natürlich kommen die Windhunde aus einer Sichtjagd geprägten Zucht und haben eine lange Vergangenheit, sind selektiv gezüchtet und ja, es ist ihre Bestimmung zu jagen.

Windhunde sind Hetzjäger. Man sollte sich immer bewusst sein, was man an der Leine führt. Welche Gene diese Hunde seit Jahrhunderten in sich tragen.

Eine Jagd auf Wild muss jedoch verhindert werden. Nicht nur um Schaden am Wild zu vermeiden, sondern auch vom eigenen Hund und seiner Umwelt. Nun hat aber nicht jeder Besitzer die Möglichkeit seinen ambitioniert jagenden Windhund von der Leine zu lassen, oder kann ein umzäuntes Gebiet nutzen. Gegen den Besuch einer Rennbahn/Coursing ist nichts einzuwenden, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Denn ein Windhund wird auf der Jagd immer alles geben. Er geht im Jagdmodus weit über sein körperliches Leistungsvermögen hinaus. Dadurch kann er schwere Verletzungen davon tragen. Davor müssen Sie ihn bewahren. Sie müssen für Ihren Hund entscheiden.

Das können Sie jedoch nur, wenn Ihnen bewusst ist, welche Leistung ihr Hund bei einer Jagd/einem Lauf erbringt und das Windhundrennen und Coursing ein Hochleistungssport ist. Für die meisten Windhunde ist es das "Ein und Alles" und sie geben 100%! 

Die Rennbahn/das Coursing bietet die Möglichkeit für ihren Hund, seine Jagdleidenschaft auszuleben und das, unter gewissen Voraussetzungen, mit möglichst wenigen Risiken.

 

Windhunde aus dem Tierschutz auf der Rennbahn? Dazu muss man betrachten, welche Situationen im Herkunftsland bei der Aussortierung der Hunde herrschen. Ein Galgo z.B. kann aus unterschiedlichen Gründen im Tierschutz landen.

Er kann abgehauen sein und irgendwo aufgelesen worden sein, als jagdlich untauglich abgegeben (wobei nicht immer mangelnder Jagdtrieb der Grund ist, sondern auch, wenn sie ZU intelligent jagen – die Jagd also zu schnell beendet ist), verletzt und nun unbrauchbar, oder einfach ein nicht benötigter Überschuss, aber völlig gesund.

Darunter gibt es viele Galgos, die körperlich noch völlig gesund sind. Galgos, die noch recht jung und körperlich in gutem Zustand nach Deutschland kommen, sollten meiner Meinung nach, bei Interesse, Bahn oder Coursing kennen lernen dürfen.

 

Ähnlich sieht dies auch bei den rumänischen Windhunden aus. Nicht alle im Tierschutz gelandete Hunde sind krank, alt oder verletzt. Allerdings sind sicherlich auch nicht alle jung, gesund und Rennbahntauglich! Hier gilt es wirklich individuell zu entscheiden.

 

Nachdem die Besitzer darüber aufgeklärt werden, was es zu beachten gilt wenn der eigene Hund dem Vergnügen der kontrollierten Jagd nachgehen soll, der Hund keine Vorerkrankungen aufweist, spricht daher im Grunde nichts dagegen. Es muss nur ordentlich vorbereitet und ausgeführt werden.

 

Anders sehe ich das tatsächlich bei den Greyhounds. Der prozentuale Anteil an Greyhounds, die verletzungsbedingt aus dem Rennbetrieb ausscheiden, ist höher als bei den Galgos. Selbst sehr junge Hunde, teils unter 2 Jahren, könnten aus diversen Trials/Testrennen oder Trainings bereits Verletzungen davon getragen haben. Es werden natürlich auch Greys in Rente geschickt die diesem Kampf auf der Bahn und somit der Anforderung nicht gewachsen sind oder es Zeit war, sie dem Ruhestand zu übergeben. Für diese Hunde sollte eben dann auch wirklich "Schluss" sein und man sollte sie nicht mehr der körperlichen und mentalen Belastung aussetzen.

 

Als Alternative kann man seinen Windhund ohne vorangezogenes Hetzobjekt, in der Pause (oder im Vorfeld), auf der Bahn eine Kurve laufen lassen indem er von einer Person gestartet wird und Herrchen/Frauchen ihn am Ende der Kurve erwartet mit einer Belohnung!

 

Die Windhunde dürfen laufen, haben einen sicheren, tauglichen Untergrund, sind aber nicht im Jagdmodus, sodass sie ALLES geben und sich ggf. (erneut) eine Verletzungen zuziehen.

Bei einigen Windhunden gibt es einen Grund warum sie nicht auf der Bahn laufen sollten! Seien Sie besonnen und entscheiden in dem Fall für Ihren Hund und seine Gesundheit.

 

Einige Rennvereine bieten, gegen eine Mitgliedschaft, die Nutzung des Geländes an. Falls Sie als Besitzer keine anderen Freilaufmöglichkeiten für Ihren Vierbeiner haben/finden können. Sprechen Sie den Verein in Ihrem Umkreis einfach mal an.

 

 

Empty


Print   Email