
Amali
Meine erste rumänische Windhündin, und erster Windhund überhaupt, war Amali.
Wir haben durch einen glücklichen Zufall zueinander gefunden, denn ich wollte eigentlich einem anderen Hund eine Pflegestelle bieten, der sich dann aber als unverträglich zeigte. Als ich die Vermittlerin fragte, wer es denn besonders nötig hätte, wurde mir Amali vorgestellt.
Ich war sofort Feuer und Flamme, da ich mich als Besitzerin eines spanischen Podencomixes schon lange auch mit den Windhunden beschäftigte. Amali war eine Beschlagnahmung eines Jägers/Wilderers und verbrachte viereinhalb Jahre im PS.
Danach hockte sie noch ca. Ein halbes Jahr in einem Shelter des Tierschutzvereins von dem ich sie übernahm.
Mittlerweile war sie fast zehn Jahre alt. Sie reiste direkt aus der rumänischen Tierklinik zu mir, in der sie sich seit Wochen befand, da ihr Hinterlauf mit einem alten Bruch stark angeschwollen war, und sie im Shelter das Fressen komplett eingestellt hatte.
Sie kam stark untergewichtig ohne jegliche Muskulatur bei mir an.
Innerhalb kürzester Zeit besetzte dieses zauberhafte Wesen mein Herz, wie es noch kein anderer Hund getan hat. Ein echter Seelenhund. Uns verband tatsächlich ein unsichtbares Band. Draußen stärker als drinnen.
Bei allem was sie tat versicherte sie sich rück, ob das okay ist. Ein Lächeln und nicken genügte, um sie fortfahren zu lassen. Jeder wurde durch Amali zum Windhund Fan.
Ich weiß nicht, wie oft ich den Satz gehört habe: „ Eigentlich mag ich keine Windhunde, aber Amali…“
Draußen befand sie sich zu 90% unangeleint mit ihrer Nase an meinem Oberschenkel. Aber auch sie hätte die Chance ergriffen zu jagen, natürlich. Allerdings habe ich jagbare Objekte immer vor ihr gesehen.
Sie war mit fast allen Hunden verträglich, besonders kleine Hunde haben es ihr angetan. Mit ihnen hat sie ausgelassen gespielt, während sie mit großen Hunden erst mal warm werden musste. Vor anderen Windhunden hatte sie Angst.
Sie ist nicht ein einziges Mal mit einem anderen Windhund gerannt. Von meinen anderen rumänischen Windhunden, kann ich sagen, dass sie einfacher zu erziehen sind, als bspw. Galgos.
Sie sind kooperativer und in der Erziehungsfrage mehr Hund als Windhund.
Das war bei Amali nicht so. Es war aber auch gar nicht nötig, denn sie hat instinktiv alles richtig gemacht. Beim Restaurantbesuch bspw. legte sie sich sofort hin, draußen blieb sie stets in meiner Nähe.
Amali verstarb im November 2022. Bis heute kann ich mir schwer Bilder von ihr ansehen oder über sie sprechen. Sie war ein ganz besonderer Hund und sie fehlt mir jede Sekunde.
Claudia Möller - Januar 2024
Kaspar
ich habe seit über zwei Jahren einen kastrierten Windhundrüden aus Bukarest. Man hat ihn ausgesetzt, und er wurde kurz vor dem Verhungern gerettet.
Er ist wunderbar, läuft ohne Leine, ist liebevoll und schön. Er fährt in jedes Urlaubsdomizil mit, egal, ob Frankreich oder Italien, er läuft sehr gerne und ist freundlich zu Mensch und Tier. Ich bin alleinstehend und nehme ihn oft mit. Auch in Restaurants und zu Freunden. Er ist überall willkommen und beliebt. Ich finde, die Rasse ist sehr umgänglich, trotz schwieriger Vergangenheit.
Mein Schatz hatte sich durch Unterernährung schon in Rumänien ein Bein gebrochen, und es wurde dort eine Platte implantiert. Als ich ihn bekam, hat er schwer gewinkt. Ich habe ihn trotzdem mit nach Hause genommen. Der treue Blick hat mich überzeugt.
Hier stellte sich heraus, dass an der Platte multiresistente Keime waren und das Bein mit Eiterpusteln übersät.
Bevor wir in der Tierklinik in Duisburg die Platte entfernen ließen, musste er sich an eine Orthese gewöhnen. Der Bruch war noch nicht ganz verheilt. Er hat sich komplett erholt und kann heute große Runden rennen ohne Behinderung. Er hat einfach jede Behandlungsform mitgemacht. Beim Tierarzt wird er gedrückt und geherzt. Ich liebe ihn. Er bleibt allein zu Hause und bellt nicht.
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Isabel Klaas - Januar 2024
Kuro
Benannt nach dem Raben aus der Fantasyreihe „Odinskind“ von Siri Petterson, weitere Bedeutungen aus dem Japanischen: der Schwarze oder auch der neunte Sohn.
Kuro trat im Juli 2022 in mein Leben, da seine Pflegestelle ihn abgeben wollte. Ich hatte davor schon länger Ausschau nach Chortajs oder eben rumänischen Windhunden gehalten.
Über Facebook stolperte ich das erste Mal über die Windhunde mit Schäferhundcharakter. Windhunde also, die über einen „will to please“ verfügen, die robust und so hündisch sind, dass sie sich auch auf nasse Wiesen legen und im hohen Gras Sitz machen, und dabei trotzdem den sensiblen, besonderen Windhundcharakter innehaben. Ich war eigentlich sofort verliebt als ich die Rassebeschreibung las. Ein Windhund, der Familienhund, aber gleichzeitig auch Wachhund sein kann und mit seinem Menschen zusammenarbeiten möchte. Alle rumänischen Windhunde haben scheinbar diesen Charakterzug, bei jeder Vorstellung im Netz wird ihre Menschenbezogenheit sichtbar, ihre Albernheit und ihre offene, lustige Art. Ich muss zugeben, dass ich mich beim ersten realen Kennenlernen noch mehr in die Rasse verliebt habe. Im Februar 2022 fuhr ich knapp 500km, um Aponi, einen weißen rumänischen Windhund kennen zu lernen. Seine Pflegestelle hatte nur Gutes über ihn zu erzählen und als ich ihn kennenlernte war ich sofort hin und weg. Leider musste ich einsehen, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für Hund Nummer drei in meinem Leben war. Aber im Juli des gleichen Jahres war es dann soweit. Mein neuer Vermieter hatte kein Problem mit einem dritten Hund und ich wohnte allein in einem schönen Haus mit großem Garten. So kam Kuro im Juli 2022 in unser Leben. Aus vorangegangen Erfahrungen mit Pflegehunden wusste ich, dass man erst nach ein paar Tagen bis Wochen feststellen kann, ob es zwischen den Hunden wirklich klappt. So entschied ich mich dazu Kuro erstmal als Pflegehund mit Endstellenoption ins Haus zu holen.
Ich war recht schnell von seinem quatschigen, lustigen Wesen eingenommen und konnte mir recht bald nicht mehr vorstellen, diese Flitzpiepe wieder abzugeben. Er fügte sich in die vorhandene Gruppenkonstellation ohne Probleme ein, lediglich an Futteraggressionen mussten wir arbeiten. Ich musste beim Füttern einiges managen und musste mir auch erst das Vertrauen von Kuro erarbeiten.
Kuro ist menschenbezogen, sensibel, neugierig und mega kuschelbedürftig. Während er nicht unbedingt den Körperkontakt zu meiner Galga sucht, würde er dagegen gern in mich hineinkriechen. Nachts liegt er gern an meinem Bauch unter der Decke. Sollte es ihm zu warm werden, versucht er aber zumindest mit seinem Kopf unter der Decke und irgendwo an mich gekuschelt liegen zu können. Oft ist es nachts der leise Kampf der Giganten, wenn meine Galga und er immer noch näher an mich ran rutschen, bis ich gerade noch so 50cm meiner extra großen Matratze für mich übrighabe.
Jagdlich ist Kuro sehr versiert. Katzen und Rehe verleiten ihn zu lautstarken Äusserungen. Er ist ein ausdauernder Läufer und genießt es draußen mit mir gemeinsam unterwegs zu sein, auch am Fahrrad läuft er gern. Als Hetz- und Sichtjäger ist er immer dabei seine Umgebung zu scannen und läuft auch mal wegen einer sich im Wind bewegenden Tüte los, um kurz danach, sichtlich enttäuscht, im großen Bogen zurück galoppiert zu kommen. Mit viel Training ist er abrufbar, aber nicht in allen Situationen und an allen Stellen ableinbar. Er liebt darüber hinaus Pferde. Im Hundekontakt ist er sehr höflich und selten dominant, er fordert andere Hunde gern zu Laufspielen auf und liebt es sich jagen zu lassen. Kleine Hunde sind bei ihm keine Beute, aber puschlige Hunde verleiten ihn dann doch mal zum Zwicken.
Als Wachhund taugt Kuro genauso wenig wie meine Galga, liegt man erstmal im kuschligen Bett, besteht für sie kein Grund aufzustehen. Lediglich im dunkeln Garten werden Nachbarskatzen und Füchse durch den Zaun hindurch verbellt. Sollte unser Besuchs-Terrier anfangen fremde Menschen zu verbellen, macht Kuro manchmal mit, genauso häufig schaut er aber schlicht etwas verwirrt aus der Wäsche und fragt sich was der Grund für die Aufregung ist.
Hätte ich mehr Platz und finanzielle Möglichkeiten würde definitv ein weiterer Chortaj oder eben rumänischer Windhund bei uns einziehen. Ich bin absoluter Fan.
Weitere Eindrücke findet man unter den Hashtags #rumänischewindhunde #chortaj #hortayaborzaya #hortaya
Kasha Kaspereit - Februar 2024
Lady
Ich war schon immer vernarrt in Tiere. Leider war es mir als Kind verwehrt worden, selber welche zu haben.
Mit 18 begann ich im örtlichen Tierheim ehrenamtlich zu helfen. Am liebsten war ich mit den Hunden unterwegs, am Wochenende oft den ganzen Tag.
Als ich in meine erste Wohnung zog dauerte es nicht lange und ich hatte 2 Hunde. Beide aus Tunesien mitgebracht als ich meinen Mann kennen lernte. In Tunesien ist das Tierleid bis heute sehr groß und es hat sich nicht viel geändert in der Umgangsweise der Menschen.
Im Jahre 2022 habe ich nun, nachdem meine Kinder groß sind, angefangen Pflegestelle für den Verein Vergessene Pfoten Stuttgart zu machen. Unser rumänischer Partner Verein "We care about strays" liegt mir besonders am Herzen.
Ich hatte immer das Glück wunderbare pflegeleichte und gut vermittelbare Hunde zu bekommen und als im Raum stand nach Rumänien zu reisen war ich sofort dabei. Ich wollte die Vermittlerinnen nur begleiten, mir alles mit Abstand anschauen und gute Fotos mit der Kamera von unseren Vermittlungs Hunden machen.
Es waren sehr emotionale Tage dort, in denen ich auch von den rumänischen Windhunden erfahren habe, dachte ich bis dato immer nur an Spanien ... ich erfuhr dass es in Rumänien illegal ist, mit Hunden zu jagen. Einige Bauern in entlegener ländlicher Umgebung machen es trotzdem um sich ihr Fleisch zu besorgen. Außerdem gibt es richtige Gruppen die sich zu illegalen Jagden treffen.
Bekommt die Polizei so etwas mit, schicken sie die Behörden und beschlagnahmen die Hunde. Diese landen dann im Tierheim, in der Tötung oder werden gar erschossen. Unsere Tierärzte von "we care about strays" hatten recht frisch etwa 30 Windhunde bekommen die wir dann kennen gelernt haben. Ich war ja schon immer fasziniert von den Langnasen aber dort haben sie mich völlig in den Bann gezogen. Ich wusste sofort ich möchte mal einen als Pflegehund aufnehmen auch wenn ich gewarnt wurde das die Vermittlung ewig dauern kann, da so einen Jagdhund ja keiner adoptieren möchte.
Und dann habe ich Lady kennen gelernt.
Sie war wunderschön. Vor allem ihr Blick, ihre Augen haben mich völlig in ihren Bann gezogen. Lady saß im privaten Tierheim unserer Tierärzte und sie hat meine Streicheleinheiten so genossen...
Daniel erzählte mir ihre Geschichte. Sie hatten sie auf einem Bauernhof entdeckt. Hinter dem Haus an einer Kette angebunden, völlig abgemagert in einem schlimmen körperlichen Zustand. Kein Wasser kein Fressen, sie sollte dort sterben. Zum Glück durften sie sie mit nehmen. In der Praxis wurde sie untersucht und aufgepäppelt. Und nun saß sie da, freute sich so über meine Streicheleinheiten und hatte doch keine Chance...
In Deutschland angekommen überlegte ich lange, war Notpflegestelle für eine ängstliche Hündin und in Rumänien wurde indessen ein ungarischer Verein gefunden der viele der Windhunde übernehmen würde. Auch Lady.
Bis ich mich entschlossen hatte sie zu mir zu nehmen war es schon fast zu spät. Doch Daniel machte es möglich, und so konnte Lady zu mir. Sie stieg aus dem Transporter und machte erst mal ihr Geschäft. Dann ließ sie sich von allen durch kuscheln und schmusen. Sie war in einem recht schlechtem Zustand. Kahle offene Stellen im Fell, sehr dünn. Daniel meinte sie hätte in Rumänien die letzte Zeit seelisch sehr gelitten. Nun durfte sie bei mir ankommen und war vom ersten Moment an einfach wunderbar. Sie war absolut menschenbezogen, sehr sozial, hatte mit meiner Katze kein Problem und auch im Stall mit Pferd und Hühnern. Von Anfang an lief sie perfekt an der Leine und war schneller im Kofferraum als ich kucken konnte. Lady war der Liebling aller, wir haben eine wunderbare Zeit gemeinsam verbracht und ganz viel zusammen unternommen. Lange Zeit haben wir gewartet bis sich ihre perfekte Familie gemeldet hat. Und dann ist sie nach 8 Wochen umgezogen. Sie hat ihr perfektes Zuhause gefunden und ich bin total auf den Windhund gekommen
Auch meine nächste Windhündin Farina, die ich aus dem öffentlichen Shelter gerettet habe ist ein Traum von Hund. Und als es wieder eine große Beschlagnahme gab, wo auch Welpen und Junghunde darunter waren war klar ich helfe und so kam der kleine Lui zu uns.
Diese Hunde sind einfach wunderbar. Draußen machen sie Spaß, sie wollen arbeiten und dem Menschen gefallen, ich empfinde sie als sehr leicht erziehbar. In der Wohnung absolut ruhig, suchen viel Körperkontakt und die menschliche Nähe. In den Rumänen soll wohl ein gewisser Schutz und Wachtrieb sein, was ich bis jetzt von meinen Pflegis nicht behaupten kann. Sie sind egal zu wem, einfach nur freundlich.
Ich hoffe sehr, dass sich die Situation in Rumänien, und natürlich auch in anderen Ländern, endlich ändert. Dass die Menschen ein Bewusstsein für die Tiere entwickeln und das Leid aufhört. Ich werde weiterhin die rumänischen Windhunde unterstützen und ihnen helfen soweit ich kann und ich kann nur jedem immer wieder erzählen wie toll diese "Rasse" doch ist. Wenn man natürlich die spezifischen Mermale und die Genetik berücksichtigt.
Maike Groune - Februar 2024
Rumänischer Windhund
Wie bin ich dazu gekommen….
Im Internet bei Facebook fand ich den Aufruf der „Greyhound Protection“, dass in Rumänien sechs Windhunde sitzen, die dort dringend raus sollen. Der Aufruf ging an eventuelle Adoptanten oder aber an Pflegestellen.
Hintergrund war, dass alle von der Polizei beschlagnahmt wurden und seit einem Jahr in einem großen öffentlichen Shelter sitzen. Im kalten rumänischen Winter und nach Freikauf durch Tierschutz Organisationen aus DE von der dortigen, wohl etwas korrupten Stadt/ Bürgermeister.
Diese Hunde werden dort zur illegalen Jagd benutzt und sind deshalb sehr begehrt in bestimmten Kreisen. Da ich eine Greyhündin aus Irland hatte (Spooky Mädchen) und ich dachte, ein Windhund Gefährtin würde ihr gut tun, meldete ich mich als Pflegestelle bei der „Pfotenhilfe ohne Grenzen“ (zuständiger Verein für die sechs Windhunde).
Nach Gesprächen, Vorkontrolle war klar, Dotty kommt zu uns. Erst sollten es jeweils eine andere sein, die dann aber inzwischen schon "save" waren. Dotty blieb „übrig“ und so sagten wir Dotty zu. Anfang März sollte sie kommen, die anderen fünf waren bereits im Februar in DE eingetroffen. Ja und dann schlug Corona alles kaputt, sie durfte nicht kommen und wir mussten bis Ende Mai warten
. Dotty da unten ohne Windhund Gesellschaft. Wie wir uns in den Wochen fühlten, davon will ich garnicht reden.
Letztendlich besorgte ich dem Verein und anderen 21 Hunden/Welpen ein gewerbliches Transportunternehmen aus Rumänien und so kamen alle wohlbehalten nach DE. Mit vier der adoptierten haben wir heute immer noch Kontakt und haben uns sogar mit zweien schon getroffen. Dotty = Charakter völlig anders als unsere irische Clio.
Die zwei hatten nur eine Zweck Gemeinschaft, mein Plan zwei sich liebende Windhunde zu haben, schlug fehl. Aber sie haben gelernt, sich zu akzeptieren und so war es auch gut. Dotty geht bei Begegnungen mit Menschen nach vorn, beißt ohne Vorwarnung. Oder hinterrücks ins Bein. Für mich anfangs erschreckend… also viel gelesen, ja viel gab es auch 2020 nicht im Internet zu lesen.
Bis ich auf Texte in FB stieß über das Verhalten rumänischer Windhunde und in den Beschreibungen unsere Dotty wiederfand. Danach lernte ich Dotty besser lesen und ich wurde im Handling draußen mit ihr immer sicherer. So konnte ich verschiedenen Situationen aus dem Weg gehen und vieles verhindern. Sie beschützt mich auch heute noch sehr und ihr dazu gehöriges Rudel.
Nach vier Wochen bin ich dann natürlich zum Pflegestellen Versager geworden. Als Clio starb, suchte ich nach einer Gefährtin für Dotty und stieß auf Hazel. Und um endlich meinen Wunsch nach einem Brindle Mädel zu erfüllen. Ich wurde Patin und gab ihr den Namen Hazel. Sie wurde auch von der Polizei gebracht, dort in ein kleines privates Shelter, was von einer Orga in den Niederlanden geführt wird.
Hazel kam dort zusammen mit einem Rüden in diesen Shelter. Nach vielen Gesprächen (u.a. auch einem Katzentest) wurde ich gebeten, solange zu warten bis der Rüde auch eine Stelle fand. Das wollte ich aber nicht, also erklärte ich mich bereit, den Rüden auf Pflegestelle zu nehmen. So landeten Ende April 2022 erneut zwei rumänische Windhunde bei uns. Hazel und auch Arvo sind sehr Menschen zugewandt, ABER andere Hunde… beide drehen völlig ab, wenn sie nur andere Vierbeiner sehen, völlig egal welche Rasse.
Bei Arvo sahen wir sehr schnell, dass es pure Angst ist (war Mobbingopfer, deswegen lebten die beiden in einem Wohnwagen im Shelter). Er ließ sich sehr schnell beruhigen, wenn wir uns dazwischen stellten. Bei Hazel funktioniert das nach wie vor überhaupt nicht. Spaziergänge mit Dotty und Hazel kann nur mit unserer vollen Aufmerksamkeit erfolgen. All das mussten wir lernen und war aber mit ihren Instinkten erklärbar. Arvo wurde nach 10 Monaten adoptiert und lebt heute als Einzelprinz als Bürogehilfe bei einem sportlichen Ehepaar und läuft auch inzwischen ohne Leine.
Arvo war ansonsten sehr sehr verkuschelt, schlief nachts zugedeckt und liebt alle Menschen, egal ob jung oder alt. Hazel ist unser Problem Mädchen, sie ist sehr grob im Spiel, beim Kaspern mit uns und ist sehr sehr jagdlich ambitioniert. Dotty ist nun schon wesentlich ruhiger geworden, Rudel Chefin inzwischen, macht ihren Job. Ab und an wohnen hier nun Pflegehunde, allerdings nur kleinere. Auch da lernen die beiden kleinere Hunde zu akzeptieren. Naja zumindest bei uns zu Hause.
Anfang Januar 2024 kam ein kleiner 8kg Schnauzer Mix, bei dem es eigentlich anfangs gut lief und ich wurde mal wieder Pflegestellenversager, die drei sind heute inzwischen ein eingeschworenes Team. Seit zwei Tagen lebt hier ein kleiner 5 monatiger Welpe. Hier sind sie wieder am lernen, aber alle drei sind wenig begeistert.
Die rumänischen Windhunde sind wirklich mehr Hund, als Windhund. Es gibt viele Mixe, manche sehen optisch eher wie Chortaj oder Magyar Agar aus. Gesundheitlich sind sie aber allen Windhunden gleich. Zähne, Blut, Narkose, Schilddrüse etc sind zu beachten.
Ob ich jetzt irische oder rumänische lieber mag… kann ich nicht beantworten. Hazel und Dotty sind draußen sehr anstrengend, drinnen lammfromm. Es werden aus Alters-und Gesundheitsgründen keine weiteren Windhunde hier einziehen.
Clio war sehr sehr pflegeleicht, aber mit ihrer großen Geräuschangst/Panik auch nicht einfach. Trotzallem lieben/liebten wir alle und stellen uns den täglichen Anforderungen. Mein Fazit, diese osteuropäischen Windhunde haben einen hohen Beschützerinstinkt und gehen nach vorn.
Monika "Lurcher" - Februar 2024
Wie bin ich zum rumänischen Windhund gekommen….
Anfang 2024 sah ich die ersten Bilder aus dem Shelter Dorohoi, wo die beiden Tierärzte von "We care about Strays" sich aufopferungsvoll um die Hunde dort kümmerten. Es waren viele Windhunde aus Beschlagnahmungen zu sehen.
Selbst wenn zu dem damaligen Zeitpunkt die Situation der Hunde nicht "bedrohlich" war, so zogen auch mich die Bilder regelrecht runter. Zu viele Hunde in viel zu kleinen Zwingern, ohne richtigen Schutz vor Nässe, Kälte, Wind und verschmutzem Boden. Keine wirklichen Bedingungen für Windhunde. Wenn auch die "Rumänen" als robuster gelten als wir es kennen.
So sollte kein Hund leben müssen.
So trat ich in Kontakt mit "Vergessene Pfoten Stuttgart" und nach einigen Überlegungen sagte ich für einen Hund als Pflegehund zu. Wer dringend raus sollte, konnte hier unter kommen. Allerdings konnte ich nur Rüden aufnehmen, da ich zwei "zickige" Weibsbilder zuhause habe und keinen Stress auslösen wollte.
Die Jungs dagegen sind sehr verträglich. Die Wahl fiel auf einen weißen ca 2 jährigen Rüden mit halbseitig blauem Gesicht und einer blauen Platte auf der linken Seite.
Natürlich war ich sehr gespannt auf den Burschen, der am 02.03. dann bei uns angekommen ist.
Der Bube war etwas zurückhaltend, aber nicht ängstlich und er wurde von unseren Hunden sofort willkommen geheißen.
Die ersten beiden Tage war es mit dem Fressen nicht ganz so einfach, da er nur ein paar Happen Nassfutter zu sich nahm, ansonsten nichts fressen wollte.
Da er jedoch nicht unser erster Pflegehund war, wussten wir natürlich, das ein Hund so ein "Kulturschock" erst mal verkraften muss. Aus einem Zwinger, ohne weiche Unterlage, ohne wirkliche "Pflege und Fürsorge" muss das neue Leben eine enorme Herausforderung sein.
Gassi gehen, Treppenlaufen, Autofahren, alleine bleiben, dies alles war von Anfang an kein Problem. Nach ein paar Tagen fanden die ersten Spielaufforderungen unter den Jungs statt.
Monty, wie wir ihn nannten, hatte sich dann doch recht schnell in unseren Alltag eingefügt. Wurde immer lustiger und schmusiger und so zauberte er uns im April und Mai, wo wir mit drei Verlusten in unserem Rudel umgehen mussten, immer öfters ein Lächeln ins Gesicht.
Da es bis Dato keine wirklichen Anfragen für ihn gab, entschieden wir uns dafür, dass er nicht mehr gehen muss. Dies hätte für uns alle noch ein Verlust bedeutet, ein Verlust eines besonders liebenswerten Charmeurs der jeden um den Finger wickelt, der ihn kennen lernt.
Es ist immer wieder unbegreiflich, wie diese sanften, liebenswerten Geschöpfe diese Torturen erleben/überleben und doch ihr zauberhaftes Wesen dabei beibehalten.
Die Situation in Dorohoi hat sich, aufgrund ausbleibender Spenden und Adoptionen sowie gesetzlichen "Anpassungen", dramatisch verschlimmert und nun stehen auch wieder Tötungen dort auf der Tagesliste.
Noch haben die Rumänen keine so umfangreiche Lobby wie die Galgos und die Greyhounds, noch trauen sich zu wenige Vereine und Adoptanten Windhunde aus Rumänien zu übernehmen.
Ja, es sind in der Regel keine Rassehund und eigentlich sind viele doch "nur" Mischlinge - dennoch sind es ganz wunderbare, fabelhafte Familienhunde, wenn man sie versteht und ihre Bedürfnisse erkennt und versteht und vor allem akzeptiert!
Michaela Müller Juni 2024
Unser Rumäne ist vor 2 Jahren bei uns eingezogen.
Unser erster Windhund überhaupt. Wir kannten ihn vorher nur von Bildern und Videos.
Da er nicht über einen Verein vermittelt wurde, haben wir den Transport selbst organisiert.
Zum Glück hat alles gut funktioniert. Bis heute haben wir zu seinem früheren Zuhause noch guten Kontakt.
Die Dame hat ihn als Streuner aufgenommen. Beim Alter wurde wohl etwas geflunkert. Aus den 9 Jahren wurden im Impfpass aufeinmal 10 und bei unserem Tierarzt 12.
Wir hätten ihn auch mit 12 Jahren genommen.
Nachdem wir die blöden Herzwürmer dann auch los waren, von denen hatte auch niemand was gesagt, konnte Grigore endlich richtig ankommen.
Er ist ein wunderschöner und wundervoller Hund. Er hat sich zum Anfang so unendlich viel Mühe gegeben...
Er ist ein sehr aufgeschlossener und liebevoller Hund der sich sogar mit Katzen versteht. Futter Zuhause teilen ist ok, jedoch nicht draußen. Da ist Futter eine wichtige Ressource und wird regeros verteidigt.
Er passt auf, dass wir draußen alle zusammenbleiben. Entfernt sich einer, ist es für den anderen schwer weiterzugehen. Auf Hof und Garten wird aufgepasst, wobei er nie jemanden verletzen würde.
Freunde, die zu uns kommen, auch wenn wir nicht zuhause sind, werden nicht verbellt, sondern müssen Streicheln, Streicheln und nochmals Streicheln.
Sandra Dezember 2024
Ryuu kam am 10.4.2024 zu uns.
Wir wussten vorab, dass wieder ein Windhund bei uns einziehen soll und so wurden wir auf "Vergessene Pfoten Stuttgart " aufmerksam.
Auf deren FB Seite sahen wir einige Windhundwelpen die dazumal noch in Rumänien waren. Wir informierten uns über diese Hunde, stellten allerdings schnell fest wenig darüber erfahren zu können da es nicht gerade viel über diese - hier in Österreich kaum bekannten Hunde zu lesen gibt.
Wir beschlossen also ins "kalte Wasser zu springen" und ja, uns einfach überraschen zu lassen - und somit bewarben mein Freund und ich uns für den kleinen, grauen Welpen aus Rumänien.
Wir bekamen eine Zusage und unser Abenteuer sollte beginnen
Bereits auf der Fahrt von Stuttgart nach Tirol war der 8 Monate alte "Zwerg" ziemlich tiefenentspannt und verkuschelt. Zuhause angekommen gabs viel zu entdecken. Seine beiden neuen Mitbewohnerinnen Nunu und Miu, zwei Sphynxdamen waren anfangs etwas skeptisch gegenüber dem langbeinigen Wesen das übermütig in der Wohnung umhersprang.
In der Stadt fand sich Ryuu innerhalb weniger Tage gut zurecht und hat auf der nahegelegenen Hundewiese schnell Freunde zum springen und toben gefunden. Ryuu zeigte sich von Anfang an sehr zugewandt und anhänglich, in neuen Situationen kaum ängstlich oder zurückhaltend - er liebt Menschen, egal ob Freunde von uns, Postbote oder Lieferservice - jeder wird freudig begrüßt.
Ryuus Lieblingsplatz ist nach der Couch und dem Auto (er mag Autofahren wirklich gerne) der Stall und die Felder drum herum.
Unsere Araber Stute Thulia war Anfangs eher skeptisch, mit der Zeit merkte sie jedoch dass von dem grauen, zarten Hund keine Gefahr auszugehen scheint und wurde Ryuu gegenüber immer freundlicher und gelassener. Mittlerweile darf Ryuu neben ihr hüpfen und laufen. Ich glaube Ryuu mag Pferde auch, bei Filmen schaut er interessiert mit wenn Pferde vorkommen und kurz vorm Stall möchte er am liebsten sofort aus dem Auto springen und findet die manchmal kurze Wartezeit bis ich das Auto geparkt gar nicht so toll.
Auch sonst führt Ryuu ein geselliges Abenteuerleben, er fährt mit zur Arbeit, zu den Schwiegereltern nach Italien, durchstreift die Natur mit seiner Freundin Momo, einer kroatischen Schäferhündin, war im Sommer mit an Badeseen (Wasser ist jedoch nicht soooo sein Element) oder ist der Mittelpunkt einer Party zuhause.
Ryuu bereichert unser Leben jeden Tag mit seinem neugierigen und ulkigen Charakter. So blubbert er im Schlaf, quitscht und macht fiepsige Geräusche die ich sonst nur von Huskys kenne.
Oder er legt seine Pfoten über die Augen, wenn er etwas nicht tun möchte oder sehen will (zb. die Leine wenns draußen regnet) Er lernt schnell, so kann er einige Kommandos und macht motiviert bei Neuem mit.
Windhundmäßig kann er schon auch stur werden, wenn ihm was gar nicht gefällt (wie zb. baden oder bei Regen raus gehen ) lässt sich aber schnell motivieren es doch zu versuchen.
Gegenüber anderen Hunden verhält er sich verspielt und freundlich, lediglich kleine, laute Hunde mag er offenbar weniger und bellt zurück. (Bellen ist sonst ein sehr seltenes Phänomen bei ihm ^^)
Ryuu ist anders als alle bisherigen Hunde die ich kennenlernen durfte, neben allen beschriebenen Charaktereigenschaften ist er nämlich auch unglaublich stolz und wirkt teilweise unnahbar (kann mit Leckerlis jedoch schnell ins Gegenteil umgekehrt werden
) - weshalb er auch liebevoll "rumänischer Prinz" genannt wird.
Er kann genauso Dramaqueen wie auch stattlicher Begleiter in der Nacht sein, Couchpotatoe und ausdauernder Sportler auf Ausritten und Wanderungen. Er ist Spielgefährte und Kuschelpartner für seine katzigen Freundinnen genauso wie aufmerksamer Beobachter der Pferdeherde im Stall.
Ryuu passt zu uns und unserem Leben, einen passenderen Hund können wir uns nicht vorstellen - danke Ryuu fürs uns finden ![]()
Christina R, Dezember 2024
